KonzerttrompeteMittlerweile scheint mir der Umgang mit den beiden Systemen im professionellen Bereich zum Glück sehr differenziert zu sein; es ist erfreulich zu sehen, dass Bruckner Symphonien nicht auf Jazztrompeten gespielt werden, es der flexible Musiker aber sehr wohl versteht für Gershwin und Bernstein das Instrument zu wechseln. (Wobei der Musiker ja meist nicht aus seiner Haut kann und sehr wohl hörbar bleibt, welches der beiden Instrumente das Zuhause des jeweiligen Trompeters ist.)

Im Amateurbereich zeigt sich aber bedauerlicherweise ein weniger differenzierter Umgang mit den Möglichkeiten:

Die Drehventiltrompete scheint hier zusehends an Bedeutung zu verlieren:
Berechtigterweise wird zwar der amerikanischen Jazztrompete dort der Vorzug gegeben, wo die Musik es verlangt. (Big Band, solistische Musik, „moderne" Unterhaltungsmusik,...) Denn wenn die Musik oder zumindest der Musikstil aus Amerika kommt, ist wohl nichts einzuwenden wenn auch das verwendete Instrument importiert wird.
Aber leider wird die Drehventiltrompete auch dort wo das traditionelle Instrument eindeutige klangliche Vorteile hat oft nicht mehr eingesetzt.
Es scheint, dass das Wissen um das Klangbild und die Geschichte dieses Instruments nicht mehr allgemein ist. (Wie sonst ist zu erklären, dass man so oft zwar tolle Drehventilinstrumente im Einsatz sieht, sie aber klanglich kaum als solche erkennt, weil das verwendete Mundstück nicht zum Instrument passt?)
Ausschlaggebend dürfte aber natürlich auch der wirtschaftliche Aspekt sein: Jazztrompeten sind Abseits des Highendbereichs deutlich günstiger als Drehventiltrompeten.

 

DIE TROMPETER- & PAUKERZUNFT

Wie Handwerker waren Trompeter & Pauker (als Bassinstrument der Trompetengruppe) schon im späten Mittelalter in Zünften organisiert. Es ergaben sich, gemeinsam mit der militärischen Tradition immer strengere Vorschriften aber auch höhere Privilegien. In der Renaissance dienten die in der Regel fünf bis sechsstimmigen Trompeterformationen zusehends der höfischen Repräsentation. Im Heer hatten sie neben dem wichtigen Amt der Signalgebung auch diplomatische Funktion, hatten etwa dem feindlichen Heerführer Nachrichten zu überbringen. Trompeter zählten bald nicht mehr, wie andere bei Hof angestellte Musikanten zum Dienstpersonal, sondern hatten den Status hoher Beamter. Es ging schließlich soweit, dass sich der Reichtum eines Fürsten an der Zahl der Trompeter, die er sich leisten konnte abzulesen war.

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