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Die Klangvorstellung & Kontrolle durch Hören

Gerade wir Trompeter werden oft mit Sportlern verglichen, aber das Ziel unseres Bemühens um eine gute Technik ist ein ästhetisches!

Wir sind auf der Suche nach schönem Klang, feiner Artikulation, musikalischer Gestaltungsmöglichkeit, dynamischer Bandbreite und mehr...

Deshalb scheint es nicht weiter erwähnenswert, dass sich die technische Qualität unseres Spiels über das klangliche Ergebnis beurteilen lässt.

Aber diese direkte Kontrollmöglichkeit ist Fluch & Segen zugleich! Denn einerseits schulen wir unsere klangliche Vorstellungskraft natürlich und richtigerweise indem wir unser aktuelles Spiel mit einem Vorbild abgleichen. (Das Vorbild kann dabei sowohl ein anderer Trompeter, der Lehrer oder auch die Erinnerung an einen selbst schon gespielten "Idealklang" sein.) Aber andererseits leitet uns unsere Klangvorstellung nicht selten in die Irre!

Auch und gerade dann, wenn unsere inneres Hören sehr gut funktioniert!

Nämlich dann, wenn sich das erwartete Ergebnis in diesem Moment gar nicht realisieren lässt. Die Gründe können vielfältig sein: am häufigsten treten Probleme auf, wenn an verschiedenen Orten geübt oder musiziert wird. Denn es ist unmöglich die Akustik eines Raumes in einen anderen mitzunehmen! Wer sich unbewusst im Übezimmer am Klang vom letzten Konzert im großen Saal orientiert, wird zwangsläufig sein Spielsystem aus dem Lot bringen; denn die veränderte Akustik lässt sich nicht kompensieren. - Auch umgekehrt kann es durchaus passieren, dass man sich beim Auftritt in der Kirche verloren fühlt und versucht das Echo und den Hall und die anderen am Konzert beteiligten Instrumente zu überspielen oder es oft einfach übertreibt beim Versuch die großen räumlichen Dimensionen auszufüllen.

Ein zweites Problem kann der Wechsel des Instruments mit sich bringen. Unsere Instrumentarium ist oft sehr vielfältig; von der B-Trompete mit Perinetventil, zur Drehventiltrompete über die Piccolotrompete zur Barocktrompete. Verschiedene Stimmungen...

Jedes Instrument hat ein etwas anderes "Idealklangbild"; es kann durchaus passieren, dass wir im Hinterkopf noch Reste einer großen deutschen B-Trompete hören, aber gerade eine Piccolotrompete in der Hand haben, die anders klingen muss und auch eine andere Spielweise verlangt. Das physikalisch/physiologische Lot ist nicht immer das gleiche.

Das Problem des wechselnden Instrumentariums hängt weiters auch damit zusammen, dass unterschiedliche musikalische Stilrichtungen auch in unserer Vorstellung abgebildet sein müssen.


Manchmal kann es deshalb sehr, sehr hilfreich sein, das klangliche Feedback bewusst auszuschalten!

Gerade was unterschiedliche Räume betrifft, wirkt es oft Wunder, die ersten Töne beim Einspielen mit Übedämfer oder noch besser mit Ohrstöpsel zu spielen. Man stellt fest, dass das Spiel funktioniert und hört sich danach an, wie dieser Raum an diesem Tag klingt...

Beim Üben können zu diesem Zweck am besten schalldichte Arbeitskopfhörer aus dem Baumarkt verwendet werden.

Auch beim Üben immer wieder auf diese Methode zurück zu greifen, ist auch deshalb sinnvoll, weil wir eben keine Sportler sind und der für unsere musikalischen Anforderungen perfekte Klang sich selten mit dem deckt, was aerodynamsch, physikalisch, physiologisch auf der Trompete möglich ist.

 

 

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Mag. Stefan Ennemoser
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