Die Lippe ist keine Gitarrensaite!

Auch wider besseres Wissens schenken wir beim Trompetenspiel der Lippe eine viel zu große Aufmerksamkeit!
Ein Grund dafür  ist die große Sensibilität dieser Schleimhaut. Ein Haar zwischen den Lippen wird wie ein Baumstamm wahrgenommen.

Trotzdem hier ein vielleicht wichtiger Hinweis, der für den ein oder anderen Leser einen "Aha"-Effekt haben könnte:

Die Schwingung der Lippe funktioniert NICHT wie jene einer Gitarrensaite!

Das Auseinanderziehen der Lippe erzeugt nicht analog der Saite einen höheren Ton. (Im Gegenteil, wenn das Auseinanderziehen einen Effekt hat, dann den, dass der Ton tiefer wird! Probiere dazu, aus einem Luftballon die Luft pfeifend entweichen zu lassen; dann ziehe einmal die Öffnung auseinander...)

Denn die Schwingung der Lippe ist eine AUF-ZU-Schwingung.

Sehr vereinfacht gesprochen, öffnet der Luftstrom die Lippe und die Aufgabe der Lippenkraft ist es, die Lippe wieder (komplett!) zu schließen; d.h. die Rückstellkraft der Lippe soll der Kraft der Luft entgegenwirken. Der Bernoulli-Effekt erleichtert der Lippe diese Rückstellung sehr!
Für unseren "Ansatz" (bitte wörtlich von "ansetzen") folgt, dass es sinnvoll ist, eine Position zu finden, die das Schließen der Lippe begünstigt.

Eine Übung dazu: Blase mit einem geflüsterten "pühh" Luft ohne Ton durch die Trompete und schließe dann die Lippe bis der Ton entsteht. Oft lässt sich so die Positionierung von Ober- und Unterlippe verbessern. - Achtung! Bitte die Lippe schließen und NICHT das Kiefer! Der Efffekt dieser Übung lässt sich wesentlich verstärken, wenn versucht wird, sich dabei einen Trompetenton innerlich vorzustellen, der durch die Tonhöhe es "pühh" definiert ist.

Weiters sollten Trompeter streng darauf achten, keinesfalls "Einzusetzen". Damit ist gemeint, dass dem Mundstück oben und unten die normale Haut als Auflage dienen muss!

 

 

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